„Der Biber“ mit Mel Gibson und Jodie Foster
Mel Gibson zeigt neben Jodie Foster, die nicht nur als weibliche Hauptdarstellerin, sondern auch als Regisseurin fungierte, seine tragisch-komische Seite. „Der Biber“ erzählt von einem Mann, der auf unkonventionelle Weise versucht, einen Weg aus seinen tiefen Depressionen heraus zu finden.
Mel Gibson zeigt unter der Regie von Jodie Foster, was noch in ihm steckt. Der Schauspieler begeisterte mit vielen Filmen und löste mit anderen große Empörung aus. Dank „Mad Max“ und „Leathal Weapon“ war er lange Zeit gut im Geschäft. Als Produzent und Regisseur nahm er sich dann immer ambitioniertere Projekte vor, die mit der Zeit eine ganz neue Seite von ihm zeigten, und spätestens seit seinem umstrittenen Bibelfilm „Die Passion Christi“ ist Mel Gibson sein einstiges Image als sorgloser und charmanter, wenn auch leicht abgedrehter Action-Held endgültig abhanden gekommen. In „Der Biber“ will er nun von jeglichem Rummel über seine diversen zweifelhaften Äußerungen Abstand nehmen und allen zeigen, dass er noch immer ein ernst zu nehmender Schauspieler ist.
Mel Gibson und Jodie Foster in „Der Biber“
Walter Black ist in tiefe Depressionen verfallen. Von dem einst fröhlichen Familienvater und erfolgreichen Geschäftsmann ist nur noch ein trauriges Häufchen Elend übrig geblieben, das sich schwer tut, den Weg zurück ins Leben zu finden. Eines Tages stößt er zufällig auf eine alte Handpuppe. Er nimmt sie mit nach Hause, und schon bald darauf fängt der Biber an, mit ihm zu sprechen. Die Puppe wird zu Blacks einzigem Mittel der Kommunikation. Nur durch den Biber kann er sich seiner Umwelt mitteilen und so Stück für Stück zu seinem alten Ich zurückfinden…
Mel Gibson spielt den depressiven Anti-Helden mit beeindruckender Intensität. Jodie Foster steht ihm als Film-Ehefrau zur Seite, wobei ihre Figur mit der Krankheit ihres Mannes ebenso zu kämpfen hat wie Black selbst. Beide Hauptdarsteller liefern eine überzeugende Leistung ab und krönen damit einen Film, der bis in die Nebenrollen stark besetzt ist, beispielsweise mit Anton Yelchin („Terminator: Die Erlösung“) als Blacks Sohn oder Jennifer Lawrence, die kürzlich in „Winter’s Bone“ beeindruckte.
Jodie Fosters „Der Biber“
Das Familien-Drama „Der Biber“ ist für Jodie Foster erst der dritte Spielfilm als Regisseurin. Das Drehbuch stammt von Kino-Neuling Kyle Killen, der bis dato nur kurz als Serienschreiber tätig war. Doch trotz dieses Mangels an Erfahrung ist aus der Idee ein durchaus mitreißender Film geworden, der die Negativschlagzeilen um Mel Gibson tatsächlich für die Dauer seiner Geschichte vergessen lässt. Jedem, der des Englischen mächtig ist, seit die Originalversion des Films ans Herz gelegt, denn die Stimme, die Gibson alias Walter Black seiner Handpuppe verleiht, macht einen bedeutsamen Teil der Gesamtwirkung aus.
Das anrührende Werk begeht seinen deutschen Kinostart am 19. Mai 2011, dann können sich die Zuschauer auch hierzulande von Blacks Stoff-Biber in die wundersam aus Tragik, Komödie und Romantik gemischte Welt dieses Films entführen lassen.