13. Dez

Bestseller-Verfilmung: Extrem laut und unglaublich nah

„Extrem laut und unglaublich nah“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Jonathan Safran Foer, der 2005 eine sehr persönliche Geschichte in die überwältigende Katastrophe der Anschläge vom 11. September 2001 einband.

So gab „Extrem laut und unglaublich nah“ den vielen Einzelschicksalen dieser Ereignisse ein Gesicht, konnte so manchen Literaturkritiker jedoch nicht so sehr überzeugen, wie es 2002 das Erstlingswerk „Alles ist erleuchtet“ vermocht hatte, dessen Verfilmung 2005 mit Elijah Wood in der Hauptrolle in die Kinos kam. Trotzdem wurde der zweite Roman des U.S.-amerikanischen Autors zum Erfolg und auch Hollywood interessierte sich schnell für die Geschichte, die nun mit einer jungen Neuentdeckung und gestandenen Schauspiel-Größen auf der großen Leinwand beeindrucken will.

„Extrem laut und unglaublich nah“

Als Thomas Schell bei den Anschlägen am 11. September 2001 in New York ums Leben kommt, hinterlässt er nicht nur seine Frau und seinen Sohn Oskar, sondern auch ein Geheimnis. Denn als Oskar einen versteckten Schlüssel findet, glaubt er, den Beginn eines neuen Rätsels entdeckt zu haben, wie sie von seinem Vater immer wieder aufs Neue erdacht worden waren. Oskar macht sich auf die Suche nach der Lösung des Geheimnisses, nach dem Schloss, zu dem der Schlüssel passt, und nach der Botschaft, die er darin vermutet, und erkundet dabei eine noch immer traumatisierte Stadt, in der das traurige Vermächtnis des 11. September stets zu spüren ist und die Menschen auf unterschiedlichste Weise versuchen, mit dem Erlebten fertig zu werden.

Emotionale Roman-Verfilmung von Stephen Daldry

So wie viele Kritiker von dem Roman „Extrem laut und unglaublich nah“ wenig begeistert waren, andere ihn dagegen als intelligent, bewegend und traurig komisch beschrieben, dürfte auch die Verfilmung von Foers Bestseller unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Während die Einen schon von einem möglichen Oscar-Kandidaten sprechen, sind Andere äußerst skeptisch, was den betont tragischen Tenor der Geschichte angeht, und sprechen von künstlichen und allzu forcierten Emotionen.

Wie mitreißend es tatsächlich wird, werden die Zuschauer wohl selbst entscheiden müssen. Fest steht aber schon, dass Max von Sydow, James Gandolfini oder John Goodman in diesem Drama nur die wortwörtliche Nebenrolle spielen und sogar die Hollywood-Größen Sandra Bullock und Tom Hanks aus dem Rampenlicht geschoben werden, denn der Fokus liegt eindeutig auf dem jungen Thomas Horn, der als Oskar Schell hier ein beeindruckendes Spielfilm-Debüt gibt und die gesamte Geschichte mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit auf seinen Schultern trägt. Immerhin Sandra Bullock kann als trauernde Witwe und fürsorgliche Mutter noch auftrumpfen und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise zurück in ein kollektives Trauma, die bei uns mit dem offiziellen Kinostart am 19. Januar beginnt.

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