Casshern
Casshern ist die Verfilmung einer Anime-Serie von 1973. Der Film wurde komplett vor einem Greenscreen gedreht und die Handlungsorte später digital eingefügt.
Durch bestimmte Stilmittel – wie Linien, um Geschwindigkeit darzustellen – sehen viele Szenen und Effekte sehr comicmäßig aus.
Optisch hat der Film durchaus seine Momente, die eigentliche Geschichte ist allerdings teilweise schwer nachzuvollziehen.
Die Geschichte setzt ein nach einem 50-jährigen Krieg zwischen der Asiatischen Union und der EU. Asien ist zwar siegreich, allerdings ist die ganze Welt stark zerstört und ein Großteil der Menscheit leidet an einer unheilbaren Krankheit. Der Forscher Dr. Azuma versucht ein Heilmittel für diese Krankheit zu finden, da auch seine Frau erkrankt ist.
Seine Forschungen erscheinen vielversprechend, werden aber von der Regierung abgelehnt. In seiner Verzweiflung wendet sich Azuma an das Militär, obwohl ihm deren unethische Methoden, wie die Entführung der ärmsten Menschen als Versuchsobjekte, bekannt sind.
Diese Vorgehensweise rächt sich aber bald, als die Testsubjekte plötzlich zu neuem Leben erwachen, aus dem Labor ausbrechen und alles zerstören. Zudem entführen sie während ihrer Flucht die Frau von Dr. Azuma. Diese mutierten Wesen erklären aus Rache der Menschheit den Krieg und nennen sich fortan Neomenschen.
Daraufhin wendet Dr. Azuma die von ihm entwickelten Mutationszellen auf seinen verstorbenen Sohn Tetsuya an, der daraufhin wieder lebendig wird. Dieser benötigt eine Spezialrüstung, um die Mutation unter Kontrolle zu halten und am Leben zu bleiben. Durch die Rüstung erlangt er zudem besondere Kräfte und will diese nutzen, um die Menschen zu beschützen. Er gibt sich den Namen Casshern – nach einem Schutzgott.
Die Spezialeffekte des Films sind sehr sehenswert – vor allem die Actionsequenzen sind sehr rasant. Optisch bietet der Film einige Highlights. So wechseln sich etwa stark überzeichneter Kontrast mit Schwarz-Weiß-Szenen ab. Die am Computer entstandenen Hintergrundbilder sehen größtenteils sehr beeindruckend aus. Die Schauspieler liefern keine schlechte Leistung ab und passen in ihre jeweiligen Rollen.
Das Hauptproblem des Films entsteht durch die Spielfilmlänge. Durch die nötigen Kürzungen wirkt die Handlung verworren und an manchen Stellen sogar unlogisch. Sehr viele interessante Themen werden angesprochen, wie beispielsweise die Sinnlosigkeit des Krieges oder der Wert eines Menschlebens. Allerdings wird kaum eines dieser Themen richtig vertieft. Vielmehr werden minutenlange Szenen gezeigt, welche die tiefere Bedeutung transportieren sollen.
Meist sieht man dabei einen oder mehrere Charaktere, die schweigend in der Szenerie stehen, während die Bildsprache die Symbolik liefert. Das ist manchmal störend, weil diese Szenen gefühlt etwa so lange dauern, bis auch der letzte Betrachter alle gezeigten Symbole in diversen Lexika nachschlagen kann. Leider sind das genau die Kritikpunkte, die diese Realverfilmung von 2004 eher durchschnittlich wirken lassen – trotz eindrucksvoller Computeroptik.
