12. Jul

Footloose: Remake eines Kultfilms

„Footloose“ erhielt seinerzeit gemischte Kritiken und auch der Erfolg an den Kinokassen war nicht unbedingt überwältigend. Doch längst hat sich der Film einen Kultstatus erarbeitet, von dem das nun folgende Remake bisher nur träumen kann.

Trotz verhaltenem Applaus wurde „Footloose“ als Musikfilm immerhin mit Nominierungen für den besten Song und den besten Score bei den Oscars, den Golden Globes und den Grammy Awards geehrt. Sogar eine Musical-Produktion gab es, sodass wohl genügend Potential für ein erfolgreiches Remake vorhanden zu sein schien, und Regisseur Craig Brewer ist derjenige, der sich dieser Aufgabe angenommen hat. Er versammelte neben einigen erfahrenen Darstellern ein frisches, junges Ensemble um sich, um der Geschichte des 80er-Jahre-Kultfilms neues Leben einzuhauchen. Inwieweit ihm dieses Vorhaben gelungen ist, werden wir im Oktober beurteilen können.

„Footloose“-Remake mit Dennis Quaid

Die Handlung ist denkbar einfach gestrickt: Teenager Ren MacCormack (Kenny Wormald) zieht in einen kleinen Ort, wo er bereits kurz nach seiner Ankunft für ersten Wirbel sorgt. Er zieht die Aufmerksamkeit der jungen Ariel (Julianne Hough) auf sich, was ihrem Vater – dem Reverend (Dennis Quaid) – so gar nicht gefällt. Außerdem beginnt Ren, gegen das öffentliche Tanzverbot zu rebellieren, das vor einigen Jahren vom Stadtrat erlassen worden war: Damals war eine Gruppe Teenager nach einer Tanzveranstaltung tödlich verunglückt, und um solche Tragödien in Zukunft zu verhindern und die Moral unter den jungen Leuten der Stadt nicht zu gefährden, wurde das Tanzen strikt untersagt.

Doch Ren will sich damit nicht abfinden, protestiert vehement und bringt auch andere Jugendliche dazu, sich seiner Rebellion anzuschließen. Gemeinsam wollen sie dafür kämpfen, dass die Gesetze geändert werden und sie – wie es Teenager im ganzen Land dürfen – endlich auch einmal einen Schulball feiern können.

„Footloose“: 80er-Jahre-Prüderie & sexy Moves von heute

Die Geschichte bleibt also gleich, doch es hat sich auch Einiges verändert. Mit Betrachten des Trailers fällt sofort ins Auge, dass die Neuauflage viele Dinge exakt 1:1 kopiert, angefangen vom Titelschriftzug über einige der Szenen-Einstellungen bis hin zu diversen Choreographien. An anderer Stelle wiederum weicht das Remake erheblich vom Original ab, versucht beispielsweise sehr viel mehr Sex-Appeal aus den Figuren herauszukitzeln und der Geschichte des Tanzfilms mit modernen Hip-Hop-Klängen etwas mehr Würze zu verleihen.

Dass diese gegensätzlichen Bemühungen erst einmal nicht zusammenzupassen scheinen, soll den Spaß an der (Vor-)Freude nicht unbedingt trüben. Doch ein wenig Skepsis darf wohl angebracht sein, zumal die eigentliche Frage die ist, ob ein Remake in diesem – oder irgendeinem anderen Fall – überhaupt notwendig gewesen wäre. Kann der kultige Charme des Originals ansatzweise erreicht werden? Ergeben die widersprüchlichen Elemente nun einen kohärenten Film? Und kann Kenny Wormald mit seinen Tanzeinlagen ebenso viel Staub aufwirbeln wie einst Kevin Bacon? Dies und mehr wird sich erst am 20. Oktober 2011 zeigen, wenn die modernisierte Version von „Footloose“ seinen deutschen Kinostart begeht.

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