14. Apr

Four Lions: Auf in den Dschihad!?

„Four Lions“ erzählt von selbst ernannten Kämpfern des Dschihad, die auf dem Weg zur Vollendung ihrer Mission mehr als nur einmal über ihre eigenen Füße stolpern.

Mit „Four Lions“ hat Regisseur Christopher Morris eine Satire geschaffen, die sich an ein höchst umstrittenes Thema wagt. Während der Film bei Kritikern oft auf Lob stieß, waren die Verleihe zunächst eher zögerlich. Schon im Januar 2010 wurde „Four Lions“ auf dem Sundance Film Festival erstmals vorgeführt, und auch auf dem Fantasy Filmfest in Berlin sowie bei den Augsburger Filmtagen war er zu sehen. Der offizielle deutsche Kinostart jedoch ließ bis jetzt auf sich warten.

„Four Lions“: Auf in den Dschihad!?

In England wollen die Mitglieder einer kleinen islamistischen Terrorzelle nicht mehr nur planen, sondern tatsächlich in den Dschihad ziehen und einen vernichtenden Schlag gegen die Ungläubigen führen. Dabei stellen sie sich jedoch höchst ungeschickt an und bringen sich mehr als einmal gegenseitig an den Rand der Verzweiflung.

„Four Lions“ heißt der Film ihnen zu Ehren zwar, doch während sie meist zumindest den Kampfgeist und das Durchhaltevermögen eines Löwen beweisen, kommen sie in der Praxis oft eher wie das Rehkitz Bambi auf dem Eis daher, das tolpatschig und unkontrolliert durch die Gegend schlittert. Die Satire demontiert die Ideologie dieser fanatischen Männer komplett und führt die Versuche der Gotteskämpfer, ihre Ideen umzusetzen, ein ums andere mal mit typisch britischem Humor ad absurdum. Es ist bezeichnend, dass dabei der einzige konvertierte Briten der Gruppe seine als Muslime geborenen und erzogenen Mitstreiter immer wieder anleiten muss.

„Four Lions“: Kontroverses Kino

So manches Lachen bleibt Einem beim Zusehen aber im Halse stecken, denn leider stellen sich die meisten wirklichen Terroristen nicht so überirdisch dumm an. So ist es fast erstaunlich, dass der Film trotz seines heiklen Themas tatsächlich den Weg ins Kino schaffte. Die Ausmaße seines Erfolges sind zunächst erst einmal ungewiss. Auf jeden Fall dürfte „Four Lions“ ein eher ungewöhnliches Kinoerlebnis werden, nicht nur wegen seiner Geschichte, sondern auch wegen seines Figurenschemas. Denn ein Film wie dieser bietet dem Zuschauer zunächst einmal keine eindeutigen Identifikationsfiguren – wie viele von uns können und wollen sich schon in solche Gedanken hinein versetzen?!

Geschichten, die sich mit diesem und ähnlichen umstrittenen Themen in unkonventioneller Weise auseinander setzen, sorgen meist für Abwechslung in den Kinozeitschriften und -portalen, denn sie bringen interessante Filmkritiken hervor. Aber sie initiieren auch gern die ein oder andere hitzige Diskussion. Was „Four Lions“ mit sich bringen wird, bleibt abzuwarten. Die Kinozuschauer hierzulande können sich die Satire jedenfalls ab dem 21. April zu Gemüte führen, wenn Christopher Morris’ Film auch bei uns seinen offiziellen Kinostart feiert.

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