27. Dez

Hugo Cabret: Scorseses Abenteuerliche Kinderbuch-Verfilmung

„Hugo Cabret“ ist die Kinoversion des gleichnamigen Kinderbuches von Brian Selznick und präsentiert Martin Scorseses Vorstellung der wortwörtlich wundervollen Welt seiner jungen Hauptfigur in neuester 3D-Technologie.

Die Vorlage zu „Hugo Cabret“ erschien in den USA erstmals 2007 und schon kurz nach der Veröffentlichung sicherte sich Martin Scorsese die Filmrechte. Die deutsche Fassung kam erst 2008 in den Handel, bislang hatte die Geschichte um den Waisenjungen Hugo und das große Geheimnis, das er zu entschlüsseln versucht, also noch nicht allzu viel Gelegenheit, sich eine treue Fanbasis aufzubauen, die auch den Kinofilm sicher zu einem Erfolg machen könnte. Doch die bereits veröffentlichten Bilder machen Lust auf mehr, auch wenn man die Buchvorlage bisher wenig wahrgenommen hat. Außerdem ziehen große Namen eigentlich fast immer, wie die Erfahrung zeigt – Und von diesen hat „Hugo Cabret“ tatsächlich reichlich.

„Hugo Cabret“: Kino-Märchen für Kinder und Erwachsene

Zu Beginn der 1930er Jahre lebt der junge Hugo in Paris bei seinem Vater, einem Uhrmacher, der ihm stets seine Liebe zum Film näher zu bringen sucht. Als sein Vater verunglückt und auch sein Onkel, der sich eigentlich um ihn kümmern sollte, verschwindet, ist Hugo plötzlich auf sich allein gestellt. Fortan lebt er in einem Pariser Bahnhof, genauer gesagt irgendwo in dessen Wänden, und arbeitet unermüdlich daran, das Geheimnis eines Automaten mit menschlicher Gestalt zu lüften, das sein Vater ihm hinterließ. Doch erst als er das Mädchen Isabelle kennen lernt, kommt er dem buchstäblichen Schlüssel zu diesem Rätsel näher und schlittert unverhofft in ein Abenteuer, das so viel größer ist als alles, was sich Hugo bislang erträumte.

Scorseses Kinoversion von „Die Entdeckung des Hugo Cabret“

Regisseur Martin Scorsese geht mit diesem Werk in vielerlei Hinsicht neue Wege, ist „Hugo Cabret“ doch sein erster Kinderfilm und zugleich der erste 3D-Streifen in seinem bereits beachtlichen Œuvre. Doch dem Zufall überließ er dabei anscheinend nichts, immerhin verpflichtete er für die Nebenrollen so bekannte Darsteller wie Ben Kingsley, Jude Law, Christopher Lee oder Richard Griffiths. Ungewöhnlich erscheint die Besetzung von Sascha Baron Cohen als Bahnhofaufseher, doch er fügt sich ebenso natürlich in die Filmwelt ein wie der junge Asa Butterfield in der Titelrolle und Chloë Grace Moretz als seine neu gewonnene Freundin.

Um die Geschichte zusätzlich besonders eindrucksvoll erzählen zu können, griff Scorsese zum ersten Mal zur 3D-Technik und setzte sie eher als künstlerisches Stilmittel ein denn als bloße Spielerei. So erschuf er eine zauberhafte Bildwelt, in der die Abenteuer des jungen Hugo absolut möglich erscheinen und die visionäre Arbeit des Filmpioniers Georges Méliès dem Zuschauer auf einzigartige Weise vermittelt wird. So ist „Hugo Cabret“, der am 09. Februar 2012 in den deutschen Kinos startet, mehr als nur eine Buchadaption oder ein Kinderfilm, nämlich eine Hommage an die Anfänge des Films und an die Träumer, welche das heutige Erlebnis Kino mit ihrer Vorstellungskraft überhaupt erst möglich gemacht haben.

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