Intruders: Clive Owen gegen das Monster im Wandschrank
Mit „Intruders“ beginnt das Kinojahr 2012 auf höchst gruselige Weise, wenn Clive Owen gegen ein unheimliches Phantom antreten muss, das im Wandschrank seiner Tochter lauert.
Regisseur Juan Carlos Fresnadillo hat bisher noch für wenig Aufsehen in der Filmwelt gesorgt. Nach zwei Kurzfilmen und dem spanischen Drama „Intacto“, das bei uns kaum Aufmerksamkeit erregte, war „28 Weeks later“ 2007 sein bisher größter Coup. Die Fortsetzung zu Danny Boyles Überraschungshit aus dem Jahre 2002 wurde zwar in Fankreisen diskutiert, bekam aber durchaus positive Kritiken – Und trotzdem ließ sich Fresnadillo bis jetzt Zeit, um seine Rückkehr in den Regiestuhl zu feiern und mit „Intruders“ erneut einen Vorstoß ins Horrorgenre zu wagen.
„Intruders“: Unheimliche Begegnung im Kinderzimmer
Mia und Juan, zwei Kinder in verschiedenen Städten, verschiedenen Ländern, auf verschiedenen Kontinenten sogar, plagt dieselbe Furcht: Die Furcht vor einem unheimlichen Phantom, das sich des Nachts in ihr Zimmer schleicht. Was von Erwachsenen sonst als Produkt kindlicher Phantasie abgetan wird, scheint in diesen Fällen grausige Realität zu werden, denn auch Mias Vater sieht plötzlich die unheimliche Gestalt, die sich im Zimmer seiner Tochter manifestiert. Doch wie soll er sein Kind vor einer Gefahr beschützen, die er nicht greifen kann und die sonst Niemand wahrzunehmen scheint? Und was will der finstere Eindringling von den Kindern?
Juan Carlos Fresnadillo lehrt Clive Owen das Fürchten
„Intruders“ bedient sich einer denkbar simplen Grundidee und entwickelt daraus eine Geschichte, die von Beginn an eine Atmosphäre spürbarer Beklemmung erzeugt. Wer irgendwann einmal Angst vor dem Monster unter dem Bett oder dem Schwarzen Mann im Schrank hatte, wird hier auf unheimlichste Weise an diesen Moment erinnert – Und schon ist das Gefühl der Bedrohung wieder zum Greifen nah. Fresnadillos Horrorfilm ruft Kindheitsängste wach und zeigt, dass auch Erwachsene nicht vor einer solchen irrationalen Furcht gefeit sind. Aber ist sie denn überhaupt irrational oder lauert dort im Dunkeln tatsächlich etwas, das mit dem Verstand nicht zu erfassen ist?
Eben jene Frage macht den schauerlichen Reiz von „Intruders“ aus. Das Kinojahr 2012 beginnt auf diese Weise so unheimlich wie möglich und die Stars der Horrorfilme der letzten Jahre bekommen mit Clive Owen und der jungen Ella Purnell talentierten Zuwachs in ihren Reihen. Bis der Film am 19. Januar auch in die deutschen Kinos kommt, darf man sich also schon einmal auf diese grausigen 100 Minuten freuen – Und derweil sorgfältig überprüfen, ob im eigenen Schlafzimmer alles mit rechten Dingen zugeht.