23. Aug

Melancholia: Lars von Trier und sein Weltuntergang

In „Melancholia“ zeichnet Lars von Trier das verstörende Bild des Weltuntergangs, wie er schöner anzuschauen nicht sein könnte. In traumhaften Bildern erzählt er eine Geschichte von Depressionen und dem Ende der Welt, dem jede Menge großer Namen beiwohnen.

Das Drama „Melancholia“ wird sich höchstwahrscheinlich in die Tradition der Werke von Lars von Trier einreihen, die seit jeher für reichlich Diskussionen sorgen. Einig waren sich Kritiker wie Zuschauer selten, der Däne ist immer ein Garant für Kontroversen. Ob mit schockierenden Geschichten, brutalen Bildwelten oder unangemessenen Äußerungen – Der Regisseur trifft nicht immer den Nerv seiner Zeit, doch jedes Mal genau ins Schwarze, wenn es darum geht, zu polarisieren.

„Melancholia“: Lars von Trier erzählt vom Ende der Welt

Eigentlich soll eine Hochzeit ja ein Anlass zum ausgelassenen Feiern sein, doch nach der Trauung von Justine und Michael läuft alles aus dem Ruder. Inmitten des reich geschmückten Festsaals bahnen sich nach und nach immer mehr familiäre Streitigkeiten ihren Weg an die Oberfläche, lang versteckter Groll kommt zum Vorschein, Beziehungen drohen, auseinander zu brechen – Kurz: Die Hochzeitsfeier wird allmählich zum Fiasko. Zu allem Überfluss lauert am Himmel ein leuchtend roter Stern, der immer näher zu kommen scheint und schließlich eine unfassbare Wahrheit enthüllt. Denn offenbar befindet sich die Erde auf Kollisionskurs mit einem weit größeren Planeten und sieht ihrem unausweichlichen Ende entgegen…

Staraufgebot zum Untergang: „Melancholia“

Ein psychologischer Endzeit-Thriller mit Happy End soll „Melancholia“ sein, möglichst starke Gegensätze scheinen dabei den Film als Ganzes zu gestalten. So stehen dem tödlichen Chaos, welches die Kollision mit dem fremden Planeten zur Folge hätte, ruhige und einsame Momente der Braut gegenüber; Der fröhliche Anlass wird untergraben von Melancholie und Depression; Und die schreckliche Verwüstung, die der Erde droht, ist angesichts der strahlend schönen Bildwelten, die Lars von Trier respektive sein erster Kameramann Manuel Alberto Claro einfängt, kaum vorstellbar, aber dennoch stets präsent.

Zumindest seine Darsteller betreffend kann sich Lars von Trier des Lobes sicher sein, denn das Aufgebot kann sich wirklich sehen lassen. Die Liste der versammelten Namen umfasst jene von Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, John Hurt, Charlotte Rampling, Alexander und Stellan Skarsgård, Udo Kier und Kiefer Sutherland und sorgt damit zumindest im Vorfeld für wohlwollende Anerkennung. Ob die düstere Geschichte und die schwere Atmosphäre von „Melancholia“ dieser dann gerecht werden können, bleibt abzuwarten. Seinen offiziellen Kinostart begeht das Katastrophen-Drama am 06. Oktober 2011.

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