20. Mai

The Bang Bang Club: Ryan Phillippe als Kriegsfotograf

„The Bang Bang Club“ mit Ryan Phillippe erzählt die wahre Geschichte von vier Fotografen, die in Südafrika die letzten Tage des Kampfes für das Ende der Apartheid dokumentieren.

Ryan Phillippe spielt in „The Bang Bang Club“ den Fotografen Greg Marinovich, der gemeinsam mit den Kriegsberichterstattern Kevin Carter, Ken Oosterbroek und João Silva die blutigen Kämpfe für das Ende der Rassentrennung im Süden Afrikas festhielt. Der Film basiert auf dem Buch „The Bang-Bang Club: Snapshots from a Hidden War“, das Marinovich und Silva im Jahre 2000 veröffentlichten.

„The Bang Bang Club“ mit Ryan Phillippe

Südafrika zu Beginn der 1990er Jahre: zunächst unabhängig voneinander arbeiten vier Fotografen daran, die Grausamkeiten der Apartheid in ihren letzten Tagen zu dokumentieren. Sie halten in Bildern fest, wie die Menschen hier um ihr Recht kämpfen, wie Menschen leiden, wie Menschen sterben. Einige der Bilder der Gruppe, die als „Bang Bang Club“ bekannt werden wird, werden später mit dem Pulitzer Prize ausgezeichnet. Doch bis es soweit ist, werfen sich die Fotografen mitten hinein in das Elend und die blutigen Auseinandersetzungen des Bürgerkriegs, die Kamera stets im Anschlag, um das bestmögliche Foto zu bekommen, und geraten dabei unweigerlich zwischen die Fronten…

Krieg im Kino: „The Bang Bang Club“

Teils als Kriegsfilm, teils als Drama, teils als Liebesgeschichte und mitunter in dokumentarisch anmutenden Bildern erzählt der Film eine Geschichte, die weitestgehend auf wahren Begebenheiten beruht. „The Bang Bang Club“ wirft moralische Fragen in Massen auf: wie weit darf man für ein Foto gehen, was darf man festhalten und was muss der Welt gezeigt werden? Ist das Dokumentieren eines Verbrechens notwendig, um die Öffentlichkeit wachzurütteln, oder ist das Zusehen ohne einzuschreiten bei solchen Szenen selbst ein Akt der Grausamkeit? Was ist schlimmer: Menschen, die einen der ihren töten, oder Menschen, die dabei zusehen und das Ganze auf Film festhalten?

Beantworten kann und will der Film diese Fragen nicht, aber er brennt sie unweigerlich in die Köpfe der Zuschauer. Genauso muss man sich fragen, ob es rechtens ist, eine Geschichte, die von jeder einzelnen Seite aus betrachtet höchst brutal und tragisch ist, als Grundlage für einen Streifen zu benutzen, der im Kino fast schon zum Actionfilm gerät.

Die historischen Fakten hinter der Fiktion machen „The Bang Bang Club“ so mitreißend. So wie damals die Fotos der Gruppe um die Welt gingen, wird nun ihre Geschichte in die Öffentlichkeit hinaus getragen. Zwar sind die Fotografen titelgebend, die Hintergrund-Erzählung um den Bürgerkrieg in Südafrika ist aber mindestens ebenso wichtig für den Film als Ganzes. Und so ist „The Bang Bang Club“ mehr als nur das Portrait von vier Männern mit ihren Kameras und eben auch die traurige Erinnerung an ein grausames Kapitel der Geschichte.

Seinen deutschen Kinostart hat der Film am 23. Juni 2011.

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