The Fighter: Mark Wahlberg im Kampf seines Lebens
„The Fighter“ mit Mark Wahlberg, Amy Adams, Christian Bale und Melissa Leo basiert auf der wahren Geschichte des Boxer „Irish“ Micky Ward und präsentiert sich so gleichzeitig als Biographie, Boxer-Film und Drama.
„The Fighter“ konnte die meisten Kritiker bereits für sich gewinnen und auch in den amerikanischen Kinos war er ein Erfolg, spielte er doch dort bereits fast das Vierfache seines Budgets wieder ein. Sieben Oscar- und sechs Golden Globe-Nominierungen heimste der Streifen ein, jeweils zwei Trophäen konnten Bale und Leo dann auch mit nach Hause nehmen. Produziert wurde der Film unter anderem von Darren Aronofsky, der als Regisseur von „Black Swan“ kürzlich selbst für Furore gesorgt hat.
„The Fighter“: Mark Wahlberg im Kampf seines Lebens
In knapp 115 Minuten erzählt „The Fighter“ die Geschichte des Boxers Micky, der auf eine bisher nicht gerade erfolgreiche Laufbahn zurückblickt. Seine Gegner benutzten ihn vielmehr als Sprungbrett zu größeren Kämpfen, während er immer wieder geschlagen zurückbleibt. Sein großer Bruder und Trainer Dicky war früher selbst einmal als Boxer tätig, setzte seine Karriere aber nach ersten frühen Erfolgen mit seiner Drogensucht in den Sand. Nun ist Micky derjenige, der das erreichen soll, was er sich selbst verwehrt hatte. Dabei wird die Beziehung der Brüder innerhalb und außerhalb des Boxrings mehr als einmal auf die Probe gestellt und Micky muss sich entscheiden, ob sich das Kämpfen für ihn noch lohnt.
Unter der Regie von David O. Russell liefert Mark Wahlberg eine schauspielerische Leistung ab, die ihm zu Zeiten als Rapper und Unterwäsche-Model noch Niemand zugetraut hätte. „The Fighter“ ist die dritte Zusammenarbeit von Wahlberg und Regisseur Russell nach „Three Kings“ (1999) und „I Heart Huckabees“ (2004). Ist der Auftritt seiner Figur im Ring zunächst alles andere als überzeugend, zeigt Wahlberg in den emotionalen Szenen zwar oft die ihm eigene stoische Qualität, aber auch eine prägnante Tragik, die dem Zuschauer von Beginn an einen Anknüpfungspunkt bietet, um mit Micky mitzufühlen.
„The Fighter“: Christian Bale im Ausnahmezustand
Aber nicht nur Mark Wahlberg liefert einen guten Kampf, vor allem Christian Bale zeigt einmal mehr sein Talent für das Spielen von Rollen, deren Intensität dem Zuschauer fast Schmerzen bereitet. Immerhin hat er sich mal wieder auf ein ungesundes Äußeres herunter gehungert, auch wenn die Diät diesmal nicht so extrem ausfiel wie für „The Mechanist“. In der Rolle, die ursprünglich Matt Damon und Bratt Pitt angeboten wurde, brilliert er als Mickys großer Bruder und wurde in der Folge mit dem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.
Diese fast schmerzhafte Ehrlichkeit der Figuren und ihrer Geschichte macht aus „The Fighter“ einen bodenständigen Film, der wahrlich nichts von stilisiertem Hochglanz hat. Mark Wahlberg soll bereits Interesse geäußert haben, in einer Fortsetzung erneut in die Rolle des Micky Ward zu schlüpfen. Ob daraus etwas wird, bleibt abzuwarten. Deutscher Kinostart ist am 07. April, dann wird sich zeigen, ob das Boxer-Drama auch hierzulande seine Anhänger findet.