Tim Burtons „Dark Shadows” mit Johnny Depp
Für „Dark Shadows” hat sich Tim Burton einmal mehr auf Altbewährtes verlassen und seine Hauptrolle mit Johnny Depp besetzt. Und auch Helena Bonham Carter ist wieder einmal mit dabei.
Auf den ersten Blick also erst einmal nichts Neues im Lande Burton, kennzeichnet „Dark Shadows“ doch die mittlerweile achte Zusammenarbeit des beliebten Schauspielers und des Regisseurs mit einem Faible für skurrile Filmchen. Begonnen hat alles 1990 mit „Edward mit den Scherenhänden“, und nun soll die erfolgreiche Kollaboration in der Kinoversion einer Seifenoper aus den 1960er und 70er Jahren – wobei das Original gehörig umgestaltet wird – ihren vorläufigen Höhepunkt finden.
„Dark Shadows“: Eine rabenschwarze Komödie
Mitte des 18. Jahrhunderts ist der junge Barnabas Collins ein wahrer Schwerenöter und Frauenheld, der das Leben als Sohn wohlhabender Eltern in vollen Zügen genießt. Doch als er das Herz der in der Magie bewanderten Angelique bricht, ist es aus mit seinem ausschweifenden Lebensstil. Denn die Betrogene verflucht den Playboy zur Unsterblichkeit, die er eingesperrt in einer Gruft verbringen soll.
Mehr als zwei Jahrhunderte später wird der Sarg mit dem hier verborgenen Barnabas durch einen Zufall gefunden und geöffnet. Die lange Zeit der einsamen Gefangenschaft scheint den Freigeist kaum gebrochen zu haben, doch in der Moderne warten einige unangenehme Überraschungen auf den Lebemann, der sich in dieser vollkommen ungewohnten Situation erst einmal zurecht finden muss. Zumal sein Haus inzwischen von Fremden bewohnt wird, die selbst so ihre Eigenheiten haben. Und als er dann noch feststellen muss, dass auch Angelique die Zeiten überdauert hat, steht Barnabas’ „Leben“ endgültig auf dem Kopf.
Tim Burton, Johnny Depp & allerlei Seltsamkeiten
Auf den ersten Blick ist „Dark Shadows“ mit seiner eigenwilligen Hauptfigur verkörpert von einem wandlungsreichen Johnny Depp, der auffälligen Ausstattung, skurrilen Entwicklungen und einer genre-technisch schwer einzuordnenden Geschichte ein typischer Burton. Auf den zweiten Blick scheint sich diese Beobachtung sogar noch zu festigen, doch ist dies nicht unbedingt eine gute Nachricht. Denn wo Burton einst für den Unwillen stand, sich gängigen Konventionen zu beugen, scheint der Filmemacher langsam in seinen eigenen Ideen festzustecken.
Irgendwie wird es langsam ein wenig eintönig, immer dieselben Gesichter, dieselben Skurrilitäten in einem Burton zu sehen. So wird das Ungewöhnlich an seinen Filmen mit der Zeit gewöhnlicher, da sich seine Filme langsam immer mehr ähneln. Was früher neu war, ist mittlerweile altbekannt, und so reißt selbst der lang erwartete Trailer zu „Dark Shadows“ irgendwie nicht so richtig vom Hocker. Trotzdem sollte man der schwarzen Komödie eine Chance geben, denn vielleicht versteckt sich unter der Burton-konventionellen Oberfläche ja doch noch etwas Überraschendes, das es ab dem deutschen Kinostart am 10. Mai 2012 zu entdecken gilt.