Verblendung: Der Start von Stig Larssons „Millennium-Trilogie“
Mit „Verblendung“ startet im Januar die Neuverfilmung des ersten der drei Kriminalromane, die dem schwedischen Autor Stig Larsson posthum internationalen Rum bescherten.
Bereits 2009 gab es eine schwedische Produktion, die „Verblendung“ mit Michael Nyqvist und Noomi Rapace als ungewöhnliches Ermittler-Duo in die Kinos brachte. Nun folgt die Hollywood-Variante, in der sich „007“ Daniel Craig und Rooney Mara („The Social Network“) durch den Dschungel an Intrigen, Verrat und dunklen Familiengeheimnisse zu kämpfen suchen. Jede Menge Verwirrungen und Fallstricke machen dieses Vorhaben für sie ebenso schwierig wie für den Zuschauer, musste man doch schon bei der Romanvorlage stets wachsam sein, um der komplexen Geschichte folgen zu können.
„Verblendung“: Eine finstere Familiengeschichte
Der Journalist Mikael Blomkvist sieht sich nach einer folgenschweren Enthüllungskampagne gegen einen Wirtschaftsmogul vor dem beruflichen Aus, sogar eine Haftstrafe wegen Verleumdung steht ihm bevor. Doch noch nimmt der ungewöhnliche Auftrag des alternden Hernik Vanger seine Aufmerksamkeit in Anspruch: Das Familienoberhaupt will das Verschwinden seiner Großnichte aufklären, und Blomkvist scheint für diese Aufgabe genau der richtige Mann zu sein.
Seine Nachforschungen führen den Journalisten jedoch tief hinein in ein dichtes Netz aus Lügen und Familiengeheimnissen, die so manche Gräueltat verstecken sollen. Nur die schwer durchschaubare Hackerin Lisbeth Salander steht ihm bei seiner Suche nach der Wahrheit zur Seite und der verwinkelte Weg zur Lösung der vielgestaltigen Rätsel scheint mit jedem Moment schwieriger zu werden.
Stig Larsson und seine „Millennium“-Romane
Wie erfolgreich seine Bücher wurden, konnte der schwedische Autor und Journalist Stig Larsson leider nicht mehr selbst miterleben. Er verstarb 2004 nach einem Herzinfarkt, noch bevor der erste seiner Romane veröffentlicht wurde. Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er drei Kriminalgeschichten fertiggestellt, die eigentlich als Beginn einer zehnteiligen Reihe geplant waren. So wurde aus „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ die mittlerweile international gelobte „Millennium-Trilogie“, die Stig Larsson posthum zu schriftstellerischen Ehren verhalf.
2009 wurde der erste der drei Romane in Schweden verfilmt. Was ursprünglich als fast dreistündige Fernsehproduktion angelegt war, sollte schließlich doch in den Kinos starten und wurde zu diesem Zweck auf zweieinhalb Stunden heruntergekürzt. Dem Erfolg hat es nicht geschadet, der Film spielte das Achtfache seines Budgets ein und legte so den Grundstein für die Verfilmung der folgenden zwei Bücher, die noch im selben Jahr in den schwedischen Kinos starteten. Die ungekürzte Fassung erschien in einigen Ländern immerhin auf DVD und auch das ZDF zeigte sie wie die Sequels jeweils als Zweiteiler im deutschen Fernsehen.
Hollywood entdeckt die schwedische Kriminalliteratur
Nun folgt mit Daniel Craig und Rooney Mara in den Hauptrollen und David Fincher im Regiestuhl die Hollywood-Version der millionenfach verkauften Geschichte. Das Remake von „Verblendung“ startet in Deutschland am 12. Januar 2012, ob und wann die nächsten beiden Filme in Produktion gehen, ist derzeit noch nicht geklärt. Ebenso wenig steht bisher fest, ob sich die Neuverfilmung mit der ersten Kinovariante der Romanreihe wird messen können.
Doch auch wenn die Bemühungen, Noomi Rapace dazu zu bewegen, ihre Rolle als Lisbeth Salander auch in der englischsprachigen Verfilmung wieder aufzunehmen, trotz angesehener Fürsprecher und beachtlichen Medieninteresses gescheitert sind, kann sich die Besetzung der Hollywood-Produktion durchaus sehen lassen. Immerhin geben sich neben den Hauptdarstellern auch Christopher Plummer, Stellan Skarsgård und Robin Wright die Ehre und stellen sich in Kürze der Bewertung des Publikums – Gespannt darf man als begeisterter Leser ebenso wie als Filmfan also zumindest sein.