17. Mrz

Winter’s Bone: Sozialdrama mit Tiefgang

„Winter’s Bone“ erzählt von der entschlossenen Suche einer jungen Frau nach ihrem kriminellen Vater und zeigt sich dabei als mitreißendes Sozialdrama mit einer beeindruckenden Hauptdarstellerin.

Debra Graniks Roman-Verfilmung „Winter’s Bone“ ist eine der Überraschungen der vergangenen Award-Saison. Mit einem vergleichsweise kleinen Budget rang das Drama vielen großen Filmen unzählige Nominierungen ab und konnte viele Preise – beispielsweise beim Sundance Film Festival oder auf der Berlinale – einheimsen, auch wenn es letztlich bei der wichtigsten Verleihung leer ausging. Ende März startet der Film auch in den deutschen Kinos.

„Winter’s Bone“: eine dramatische Geschichte

„Winter’s Bone“ erzählt die Geschichte der jungen Ree, die schon in frühen Jahren erwachsen werden und die Verantwortung für ihre Geschwister übernehmen muss. Ihre Mutter ist psychisch krank, der Vater wurde wegen Drogenhandels verhaftet. Als er aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen wird, taucht er urplötzlich unter und droht, damit seiner Familie die Existenz zu rauben. Denn als Rücklage für seine Kaution hat er das Haus verpfändet. Taucht er zur Gerichtsverhandlung nicht auf, wird die Kaution einbehalten – und die Familie verliert ihr Haus. Um dies zu verhindern macht sich Ree auf die Suche nach ihrem Vater. Dabei stößt sie auf weit mehr Ablehnung als Unterstützung. Niemand will etwas über den Verbleib des Gesuchten wissen, und Ree muss sich sogar offenen Anfeindungen und Drohungen stellen. Ihren Geschwistern zuliebe will sie dennoch nicht aufgeben und so setzt sie ihre Suche hartnäckig fort…

Debra Graniks „Winter’s Bone“: ausdrucksstarke Romanverfilmung

„Winter’s Bone“ basiert auf dem gleichnamigen, 2006 erschienenen Roman des U.S.-Schriftstellers Daniel Woodrell. Die Verfilmung ist erst der zweite Spielfilm, bei dem Debra Granik Regie führte. Auch für das Drehbuch zeichnete sie verantwortlich. Ihre Arbeit in beiden Bereichen wurde hoch gelobt und bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet. Fast noch mehr Lobpreisung erhielt bisher allerdings die junge Hauptdarstellerin, Jennifer Lawrence, deren Name bis zu diesem Film den meisten Kinogängern noch kein Begriff war. Kritiker und Publikum zeigen sich gleichermaßen beeindruckt von der Intensität, mit der sie ihre Rolle verkörpert und den Film fast im Alleingang trägt.

In einer beklemmend authentischen, fast dokumentarischen Atmosphäre wird der Zuschauer in die eisige Welt der jungen Ree entführt. Der grausame Winter und die Gefühlskälte der meisten Menschen, denen Ree bei der Suche nach ihrem Vater begegnet, nehmen sich nichts. Der Film vereint dramatische, sozialkritische und kriminalistische Elemente in sich und wirkt trotz seiner düsteren Grundstimmung und der bedrückenden Geschichte niemals schwerfällig. Allerdings musste sich Granik auch Kritik an ihrem Werk gefallen lassen, in dem einige Zuschauer eine ungerechte, stereotype Darstellung der ländlichen Bevölkerung als verstockte und geradezu bösartige Hinterwäldler sahen.

Deutscher Kinostart ist der 31. März 2011.

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